Dame malt mit Kunstschüler zusammen ein Wasserfarbenbild

Kreative Beschäftigung ist bei uns großgeschrieben.

Unser i-Tüpfelchen: Die Ausstellung des Projektes „Das Leben ist bunt“ – Kunststück Demenz

Nein, nicht jeder hat in seinem Leben schon Bilder ausgestellt, aber alle Mitglieder dieses Projektes fanden ihre Bilder in den Sommermonaten zuerst in der Kunstschule Winnenden, anschließend im HAUS ELIM Leutenbach wieder.

Acht der Teilnehmer waren SchülerInnen aus dem Georg-Büchner-Gymnasium Winnenden, AG Sozialethik der Klasse 10, acht weitere Teilnehmer waren Bewohner des Hauses ELIM Leutenbach. Unter der Leitung der Künstlerin Waltraud Kaiser traf man sich zwischen Oster- und Sommerferien wöchentlich für eine Stunde, insgesamt zwanzig Mal, zum gemeinsamen Malen.

Für Frau Kaiser als bildende Künstlerin ist Farbe natürlich ein wichtiges Medium. So beschreibt sie ihre Erfahrungen in der Begleitung ihrer an Demenz erkrankten Mutter: „Viele Jahre habe ich meine Mutter in Farbe eingehüllt – leuchtende, ausfließende Farben haben meine Mutter aufgeweckt. Der Umgang mit Farben stellt ein Gegengewicht zu den resonanzreduzierten, eher nach innen gekehrten Menschen mit dem Krankheitsbild Demenz dar. Oft habe ich mir die Frage gestellt: Wie wird unsere zukünftige Gesellschaft mit Demenz als verbreitete Alterskrankheit umgehen? Und was kann ich als Bildhauerin und Malerin in diesem Zusammenhang tun? In den letzten Monaten durfte ich nun feststellen, dass, wer sich in Farb-Bewegungsspuren oder Farbklängen ausdrückt, sich mitteilen kann! Deutlich hat sich auch gezeigt, dass Kunst und Kreativität die Kranken nicht mit dem konfrontieren, was sie nicht mehr können, sondern geben dem, was sie noch können, über das Malen Raum. Gleichzeitig können wir eine neue Kommunikation mit Hilfe der Malerei, der Farben, der Linien lernen.“

Das HAUS ELIM Leutenbach bedankt sich im Namen der Bewohner für die regelmäßigen Treffen bei den Schülern, und bei Frau Waltraud Kaiser für ihre geduldige, kreative und Mut machende Begleitung. Wir hoffen, nach den Sommerferien wieder finanzielle Unterstützer zu finden, um Wege für eine Fortführung einer künstlerischen und sozialen Initiative gehen zu können.

 

Dorothee Pflantz-Maile